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Kinder des Friedrich Wilh. Heier und der Sophie
Charlotte, geb. Schulz (s. VII/1G)
MARIA LOUISE HEIER (2A)
geb:
Zitzmin 31.10.1859; gest. Abtshagen 4.11.1923, nach einem
leichten Schlaganfall an Herzschwäche. Von neun Kindern
des o.g. Ehepaares das erstgeborene. - Ihre Taufpaten: Maria
Schulz, Ehefrau des Bauern Jacob Fauck1); Louise Mett,
Ehefrau des Tischlers Jacob Schulz2); Ferdinand Heier,
Bauer3), alle aus Zitzmin.
verheiratet Zitzmin 30.10.1885 mit ihrem
Vetter. (Bild: Maria Louise Heier, 63 J. alt)
LUDWIG SCHULZ
geb.
Zitzmin 28.5.1859; gest. Abtshagen 31.5.1929 an Magenkrebs.
Seine Abstammung siehe Ahnenliste Nr. 3, 1c.
(Bild: Ludwig Schulz, 63 J. alt)
Maria Louise war 162 cm groß, dunkelblonder
Haar- und brauner Augenfarbe. I- Das Ehepaar besaß in
Abtshagen eine Bauernwirtschaft mit 21 Morgen gutem
Weizenboden, nach und nach durch Zupachtung von 15 Morgen
Kirchenland erweitert. Am 9.7.1923 brannte ihre strohgedeckte
Heimstätte völlig nieder. Während des
Wiederaufbaus fand die Familie bei dem hilfsbereiten
Nachbarn Fock eine Bleibe. Nach dem Tode Ludwigs führte der
Sohn Franz, und als auch dieser 1941 verschied, dessen Ehefrau
Wanda mit ihren Kindern die Landwirtschaft weiter. - Kinder und
Enkel aus dieser Ehe, sämtlich in Abtshagen geboren:
Auguste Schulz, geb. 14.3.1887;
gest. 23.4.1920 an Gemütskrankheit, weil sich die Eltern
der Wahl ihres Herzens widersetzt hatten.
Anton Schulz, geb. 15.12.1888
gest. 24.8.1894 an Diphterie.
Franz Schulz, geb. 22.2.1890;
gest. 17.9.1941 an einem Herzleiden. - Verheiratet 15.4.1921 mit
der Bauerntochter Wanda Raschke, geb. Groß-Soltikow
15.5.1894. - Franz übernahm das elterliche Erbe. Nach dem
verlorenen Kriege wurde seine Witwe von den Polen enteignet und
mit ihren Kindern zusammen zu Fronarbeiten herangezogen.
Heimatlos geworden, erwarten sie ihre Ausweisung aus
Neuenhagen, wo sie gegenwärtig untergebracht sind.
Über die Kinder dieser Familie folgende Einzelheiten:
a) Gertrud, geb. 28.5.1924; z.Zt. mit
der Mutter zusammen noch in Neuenhagen.
b) Klärchen, geb. 19.3.1926;
ging zum Onkel Paul Schulz nach Berlin.
c) Walter, geb. 25.8.1927; zwei Jahre
nach dem Kriegsende als Soldat immer noch kriegsgefangen in
Tirol!
d) Siegfried, geb. 17.10.1930, weilt
bei der Mutter in Neuenhagen.
Ida Schulz, geb. 11.12.1892;
gest. 24.4.1894 an Diphterie.
Martha Schulz, geb. 7.1.1895;
verh. Elbing 1.8.1918 mit dem damaligen Werftarbeiter
(Schweißer) Karl Neumann, geb. Elbing 15.5.1894. - Als am
25.1.1945 die ersten russischen Panzer in Elbing
einrollten, flüchtete die Familie, alles stehen und liegen
lassend, von Elbing zu Fuß nach Danzig (69 km). Mit einem
Flüchtlingszug ging's weiter nach Gotenhafen, wo sie mit
800 anderen Flüchtlingen auf dem Dampfer "Potsdam"
eingeschifft wurden, der sie bis an die Rügensche Küste
brachte. Hier wurde die Menschenladung von Minensuchbooten
übernommen und in Saßnitz an Land gesetzt. -In Elbing
geborene Kinder des Ehepaares: a) Walter Neumann, geb.
1.9.1920; am 9.4.1942 am Wolchow gefallen und in Balino
bestattet. Er war Autoschlosser von Beruf. b) Hildegard
Neumann, geb. 5.3.1923, erlernte den Schneiderinnenberuf.
Sie war mit einem Bauernsohn Martin aus Hohengußbach
verlobt, der als Flieger in Rußland gefallen ist. Auf
Einladung seiner Eltern zogen Martha und Hildegard nach
Hohengußbach/Bayern, wohin später auch der Vater
folgte. Nachdem dieser beim Brückenbau Arbeit fand,
siedelte die Familie über in eine eigene Mietwohnung nach:
(13a) Unteroberndorf 18, Post Breitengußbach bei Bamberg
/Bayern.
Walter Schulz, geb. 18.6.1897; am
15.9.1917 vor Dünaburg in Rußland gefallen4).
Paul Schulz, geb. 12.10.1898;
verh. Martinshagen 11.11.1927 mit der Bauerntochter Hermine
Zander, geb. Neumartinshagen 16.11.1898. Die Ehe blieb
kinderlos. Paul ist Zimmermann. - Anschrift: (1)
Berlin-Charlottenburg, Friedbergstr. 30 (englische
Besatzungszone). [G.H. 1.4.1947]
- ERLÄUTERUNGEN
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Tante des Täuflings, s. Ahnenliste 3, 1a.
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Tante des Täuflings, s. Ahnenliste 3, 1c.
- Onkel des Täuflings, s. VII/1B
-
ein Vetter von ihm, Erich Schulz, geb. Karnkewitz
4.4.1897, fiel 1918.
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Die achte Generation VIII/2B
- Kinder des
Friedrich Wilh. Heier und der Sophie Charlotte, geb. Schulz (s.
VII/1G)
CARL WILHELM HEIER
geb.
Zitzmin 24.12.1861; gest. Stettin 15.3.1906 (chronischer
Magenkatarrh). Zweites von neun Kindern des o.g.
Kleinbauern-Ehepaares. - Seine Taufpaten: Jacob Fauck, Bauer
in Zitzmin1); Peter Schulz, Bauer in Zitzmin2);
Louise Heier, verehelichte August Görs3).
(Bild: Carl Wilhelm Heier, 22 J. alt)
Verheiratet in Stettin 10.12.1883 mit
ANNA BRANDENBURG
geb. Stettin-Bredow 16.11.1866; seit Februar 1945
verschollen. Ihre Ahnentafel siehe zweiten Teil, Liste 1. -
Kinder aus dieser Ehe:
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Werner
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Heier
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geb.
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07.01.1884
|
in Stettin
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Georg
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Heier
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22.12.1885
|
in Stettin
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Ida
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Heier
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15.12.1887
|
in Stettin
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Wanda
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Heier
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16.11.1889
|
in Stettin
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Walter
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Heier
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12.04.1892
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In Königsberg/Pr.
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Ihre Lebensschicksale siehe IX.Generation, 3A-3E.
Wilhelm (so sein Rufname) war 165 cm groß,
Haare schwarz; Augen: graugrünlich. . Nach dem frühen
Tode seiner Mutter hatte man im Vaterhause keinen Platz für
hungrige Mäuler. Wilhelm wurde einem Wandhagener Schneider
in die Lehre gegeben, nach deren Beendigung er bald den
Verlockungen des Großstadtlebens folgte. Er ist der erste
unserer seit vielen Generationen in der engeren Heimat
verwurzelten Heiers, der Großstadtbürger wurde. In
Wilhelm drängte der generationenlang unterjochte
Durchsetzungswille seiner Vorfahren auf eine höhere
Entwicklungsstufe. Schlecht vorbereitet freilich, denn was nützte
es ihm schon, die Namen der Propheten Habakuk, Zephanja,
Haggai, Sacharja und Maleachi auswendig zu wissen. Auf
Bibelfestigkeit legte nämlich die unter Aufsicht der Pfarrer
stehende Dorfschule größeres Gewicht als auf sonstiges
Wissen. Dem Schulentlassenen flossen die Worte frei und
natürlich in seiner angeborenen Mundart, dagegen
verlegen und gekünstelt, mußte er hochdeutsch
Rede und Antwort stehen. Schon dieser Mangel mußte des
Dorfburschens Lebensweg durch den Handwerkerberuf, das
Stadtleben und die Ehe mit einem Stadtmädchen erschweren.
Ihn nahm es voll in Anspruch, seine Lebensanschauungen aus dem
Leben selbst, nicht aus Büchern zu gewinnen: er las keine.
Auch geschrieben hat er außer beruflichen
Notizen nichts, sonstigen Schreibkram überließ er
gern seiner schreibgewandteren Frau. Infolge seiner
Vorurteilslosigkeit wurde er oftmals erst durch Schaden klug.
Aber trotz mancherlei Enttäuschungen bewahrte er ein
ausgeprägtes Selbstbewußtsein. Er war von
grundanständiger Gesinnung und von einem Berufsstolz
beseelt, der nicht nach geldlich meßbaren Erfolgen
trachtete. Geiz und Neid konnte man ihm gewiß nicht
nachsagen. Sein Wahlspruch lautete: "Leben und leben
lassen!" In Geldsachen war er von einer oft wenig
angebrachten Großzügigkeit; Spenden zu machen,
befriedigte ihn mehr als welche zu empfangen.
In der Parteipolitik ging's ihm wie mit der
Kirchenlehre: es fehlte ihm der Glaube an ihre innere Wahrheit.
Dafür empfand er eine wohl mehr instinktive Unzufriedenheit
mit den nur oberflächlich erkannten sozialen
Mißständen, denn ihre tieferen Ursachen zu
erfassen, hätte er auf einschlägige Lektüre nicht
verzichten dürfen. Wie die meisten Heiers, war auch
Wilhelm ein in sich gekehrter Grübler.
Damals erblickte der Handwerkerstand in der
Maschine noch einen gefährlichen Feind; vom Standpunkt
unmittelbar betroffener Handwerker aus gesehen, nicht zu
unrecht, hatte industrielle Massenfertigung sie doch zu
Fabrikarbeitern degradiert. Wilhelm, selber ein Objekt der
vorwärtsdrängenden Entwicklung, konnte sie weder
aufhalten, noch wollte er es.
Als die Zuschneidemaschine erfunden worden war,
fühlte er sich keineswegs als ihr Sklave sondern als ihr
Herr. Als Schrittmacher einer neuen Arbeitsweise wurde er zu
einem gesuchten Fachmann seines Berufs, der ihm und seiner
Familie ein gut bürgerliches Dasein sicherte. Um 1891 rief
man ihn nach Königsberg/ Pr., wo er ein so gutes Auskommen
fand, daß er nebenberuflich noch ein eigenes
Knaben-Konfektionsgeschäft betreiben wollte. Alle
Voraussetzungen eines gewinnversprechenden Unternehmens
wären erfüllt gewesen, hätte der Geschäftsneuling
einen Tropfen Krämerblut in seinen Adern gehabt. Doch von
wem sollte er ihn haben? -
Deshalb wurde daraus kein Geschäft, sondern
eine "wohltätige Einrichtung". Jeder, der sich
auf's Feilschen verstand, erhielt Wilhelms preiswerte Ware
unter Selbstkostenpreis. Mit der Zahl der Kunden wuchsen auch die
Einbußen. Erhob seine Frau Einspruch dagegen,
pflegte er einzuwenden, er sei ja auf Profit nicht angewiesen.
So wurde es denn das erste vernünftige Geschäft seines
Unternehmertums, als er, dem Ratschlage seiner Anna folgend, den
Rest seiner Warenbestände mehr verschenkte als verkaufte, um
sich - wie zuvor - mit seinem sehr guten Zuschneidergehalt zu
begnügen. Nur vierundvierzig ein viertel Jahre als geworden,
erlag er einem chronischen Magenkatarrh.
Seine
Ehegefährtin, Anna Brandenburg, bei der Trauung nur siebzehn
Jahre alt, entstammt einem langlebigen Geschlecht. Schon ihre
Großväter gehörten nicht mehr dem Bauernstand an;
der eine war Weber- der andere Schneidermeister; unter ihren
Ur-Großvätern auch ein Dorfschulmeister. Hatten sich
in Wilhelms Stammfolge bisher alle Männer ausschließlich
mit Bauernmädchen verbunden, so trat mit Anna erstmalig ein
in der Stadt aufgewachsenes Mädchen mit alter
Handwerkertradition in unseren Lebenskreis. Ihrem
stadtfremden Manne war Anna geistig ein gutes Stückchen
voraus. Anders als Wilhelm, formte sie ihre Lebensansichten nicht
allein aus dem, was sie selbst sah, hörte und erlebte,
sondern auch aus Zeitungen und Büchern. Ihre Hände und
Gedanken waren immer rege; selbst bei der Lektüre hielten
ihre flinken Hände Stricknadeln in Bewegung. Und
stopfend und flickend lehrte sie ihren Kindern das Lebens-A-B-C.
An der Erziehung der Kinder war Wilhelm nur mittelbar
beteiligt; seine Meinung war, sie in möglichst freiem Spiel
heranwachsen zu lassen, das Leben werde sie später schon
zurechtbiegen.
Nach Wilhelms Tode nahm die vierzigjährige
Witwe ihr Schicksal beherzt in Selbstverwaltung. Der
zwanzigjährige Sohn Georg befand sich irgendwo
auf den Weltmeeren, die achtzehnjährige Tochter
Ida wirkte als Kinderfräulein, nur der Jüngste,
Walter, war noch für die Einsegnung und einen Beruf
auszurüsten. Von früh bis spät plagte sich
Anna an der Nähmaschine ab, um den Kindern zu
helfen, wenn sie in ihren Lebensnöten zur Mutter
kamen. Dankerfüllt wünschten sie ihr einen
geruhsamen Lebensabend, der ihr seit 1936 in einem
anheimelnden Stübchen des Johannisstiftes in Stettin,
Elisabethstraße 30, bis zum Kriegsausbruch vergönnt
war.
Am 20.4.1943 kostete die 77-jährige Greisin,
geistig und körperlich immer noch recht beweglich, die
Schrecken eines Luftangriffs englischer Flieger auf Stettin
aus. Ihr Zimmer wurde dabei teilweise zerstört. Trotz der zu
erwartenden Wiederholung von Luftangriffen ließ sich
die lebensbejahende Frau nicht bewegen, Stettin zu verlassen.
Bei einem zweiten Bombenangriff in der Nacht vom 5. auf
den 6. Januar 1944 wurde das Johannisstift vollends in Trümmer
gelegt. Die dreihundert Stiftsinsassen, darunter auch Anna Heier,
vermochten nur ihr nacktes Leben zu retten.
Sie, die Stettin lebend nicht mehr verlassen
wollte, wurde nun doch nach Zanow ausgesiedelt. Auch dort wurden
heimatlos gewordene Menschen bald von neuem gehetzt. Im Februar
1945 machten die aus dem ferneren Osten durchziehenden
Flüchtlinge in Zanow nicht mehr halt, sondern hasteten mit
ihren Trecks weiter nach Westen, weil die zermürbte
deutsche Ostarmee überall vor den ungestüm
nachdrängenden russischen Truppen weichen mußten.
Hierdurch aufs höchste beunruhigt, reiste Anna unter
Zurücklassung ihrer Habseligkeiten fluchtartig zu ihrer
Tochter Ida nach Greifenberg /Pommern. - Die briefliche
Meldung ihrer Ankunft dort sollte das letzte Zeichen
ihres hartgeprüften Lebens bleiben. Sie berichtete
hocherfreut, in der Kleinen Mühlenstraße 1 bei
einem Schulz ein Zimmerchen gefunden zu haben. Ida schrieb
in diesem Briefe, sie würde mit der Mutter gemeinsam
ins Wasser gehen, sollten die Russen auch nach Greifenberg
kommen und die Mutter fügte hinzu: "Ne, das ist mir zu
kalt!". Sollten sie diesen Gedanken verwirklicht haben -
wurden ihre Leiber durch feindliche Geschosse zerfetzt -
verscharrte man sie als namenlose Opfer einer Seuche - oder ließ
man sie hilflos umkommen? - Keine unserer Nachforschungen brachte
bisher eine Antwort auf diese bangen Fragen. Nur durch den jetzt
polnischen Bürgermeister der Stadt Greifenberg erhielten wir
am 10.1.1947 die nichts - oder vielsagende Auskunft, beide seien
im Einwohnerregister von Greifenberg (Gryfice) nicht gemeldet.
Verfolgen wir den allmählichen
Entwicklungsgang unsres Geschlechts, so sehen wir, daß sich
Wilhelm aus aller Traditionsgebundenheit des Landlebens
gelöst hatte. Als ein Suchender irrte er in neuer Richtung
voraus, uns Nachzügler belehrend, welche Gefahrenstellen wir
auf unserer Lebenswanderung zu meiden haben. [G.H. 2.3.1947]
- ERLÄUTERUNGEN
-
1) Onkel des Täuflings, verh. mit Maria
Schulz, siehe Ahnenliste 3, 1a im zweiten Teil
-
2) Peter Schulz, des Täuflings Onkel, siehe
VII/1F.
-
3) Tante des Täuflings, siehe VII/1F.
-
Die achte Generation VIII/2C
Kinder des Friedrich Wilh. Heier und der Sophie
Charlotte, geb. Schulz (s. VII/1G)
KAROLINE WILHELMINE THEODORE HEIER
geb. Zitzmin 11.1.1864; gest. Stettin 11.5.1923
an Leberkrebs. - Ihre Taufpaten: Caroline Heier, verehelichte
Schulz1); Louise Pieper, verehel. Ferd. Heier2);
Carl Schulz, Büdner in Zitzmin3).
Verheiratet Zitzmin 7.4.1896 mit dem Schuhmacher
FRANZ PANTEN4)
geb. Vangerow 9.2.1870; gest. ****(1942 noch
lebend)
Karoline war ungefähr 165 cm groß, von
rötlich-blonder Haarfarbe, Augen: grau-grünlich.
Wie ihr Bruder Wilhelm (VIII/2B) besaß auch
Karoline Unternehmungslust. Während ihr Franz seinem
Beruf nachging, betrieb sie einen Gemüseladen. Verschenkt
hat sie allerdings nichts, so daß ihr Geschäft
einträglicher war, als der mißgeleitete
Konfektionsladen ihres Bruders in Königsberg/Pr. - Aus der
Ehe gingen zwei Töchter hervor:
a) Frieda Panten. geb. Stettin 17.6.1899
b) Ella Panten, geb. Stettin 1.12.1901
Erstere ist eine tüchtige Stenotypistin,
bisher unverheiratet geblieben. Ella ebenfalls bürotätig,
jedoch seit 1934 basedowkrank und deshalb zuweilen kaum in
der Lage, den väterlichen Haushalt zu versehen.
Anschrift der Familie (1938): Stettin, Dirschauer Str. 1.
- ANMERKUNGEN
-
1) Onkel des Täuflings, verheiratet mit Maria
Schulz; sein Grundstück brannte 1874 ab. Siehe auch
Ahnenliste im zweiten Teil, Liste 3, 1a.
-
2) Peter Schulz, des Täuflings Onkel, siehe
VII/1C.
-
3) Carl Schulz, ein Vetter der Täuflingsmutter,
geb. Zitzmin 26.10.1827; gest. ebenda 21.3.1873 als Büdner
und Schulvorsteher; verehelicht Zitzmin 5.5.1859 mit Caroline
Mett. Beider Enkel, Reinhold Schulz, geb. Zitzmin 10.6.1900,
getraut Zitzmin 25.10.1925 mit Minna Holzwedel, ist jetzt noch
(1942) als Bauer in Zitzmin ansäßig.
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4) Seine Eltern: August Ferdinand Panten, geb.
Martinshagen 17.4.1836; gest. 22.11.1891, verehelicht mit Louise
Wilhelmine Lemke, geb. Schlawin 29.12.1834; gest. 22.6.1902.
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Die achte Generation VIII/2D
Kinder des Friedrich Wilh. Heier und der Sophie
Charlotte, geb. Schulz (s. VII/1G)
LUDWIG REINHOLD HEIER
geb. Zitzmin 3.10.1865; gest. Buch bei Berlin
5.8.1924 (Schlaganfall)
Seine Taufpaten: Jacob Schulz1),
Zitzmin; Ludwig Fauck2), Bauer in Zitzmin; Emilie
Heier3), Bauerntochter.
Reinhold (dies war sein Rufname) war etwa 167 cm
groß; Haarfarbe rötlich-blond; Augenfarbe
grau-grünlich.
Die Bekanntschaft dieses Junggesellen machte ich
1923 in Berlin, wo er als Genosse einer
Genossenschafts-Tischlerei "Ideal" beteiligt war. In
guten Zeiten fand er ein befriedigendes Auskommen und außer
seinem Anteil an der gutgehenden Möbeltischlerei mag er
wohl Rücklagen für sein Alter besessen haben. Aber
gerade in der Zeit der allerschlimmsten Geldentwertung (im Jahre
1923) riß ihn ein leichter Schlaganfall, der eine
teilweise Lähmung zur Folge hatte, aus seinem Berufe.
Da seine Beteiligung vor allem auf gemeinsamer
Arbeit beruhte, benutzten seine Genossen diesen
gesundheitlichen Zusammenbruch als Gelegenheit, ihn mit
Papiermark abzufinden, die von Tag zu Tag, nein, von Stunde zu
Stunde ihre Kaufkraft einbüßte und zuletzt nicht mehr
das Papier wert war, auf dem sie gedruckt wurde. Völlig
verarmt, brachte man ihn als hilfloses Menschenwrack aus dem
Krankenhaus in das Obdachlosen-Asyl und von dort aus in das
Altersheim zu Buch bei Berlin. Losgelöst von allen
Verwandten, ohne Frau, die sich um ihn sorgte, ereilte ihn dort
ein dritter Schlaganfall, der seinem Leben ein Ende bereitete. Er
wohnte vor seiner Krankheit: Berlin, Marheinkeplatz 16.
- ERLÄUTERUNGEN
-
1) Onkel des Täuflings, siehe Ahnenliste 3, 1c
im zweiten Teil.
-
2) Vetter des Täuflings, Sohn des Jacob Fauck
und der Marie Louise Schulz, s. Ahnenliste 3, 1a.
-
3) die Tante des Täuflings, siehe VII/1J.
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Die achte Generation VIII/2E
Kinder des Friedrich Wilh. Heier und der Sophie
Charlotte, geb. Schulz (s. VII/1G)
GEORG AUGUST FERDINAND HEIER
geb. Zitzmin 10.9.1867; gest. Berlin-Rixdorf März
1906.
Seine Taufpaten: August Görs, Vangerow1);
Knecht August Plath, Zitzmin; Anna Regina Krukow, geb. Schulz,
Zitzmin2).
Georg war ungefähr 170 cm groß, von
schwarzer Haarfarbe; Augen grau-grünlich.
Verheiratet Berlin-Steglitz (Schloßkirche)
17.10.1903 mit
CLARA RUDOLPH
geb. Görlitz 10.4.1870; gest. ***
Schon früh verwaist [HHH: die Mutter
starb 1875], kam Georg in die Obhut seines Onkels, des
Lehrers Johann Schulz (in Zoppot ?). Nach seiner Schulzeit gab
man ihn einem Schuhmacher in die Lehre, ein Beruf jedoch, den er
später gegen den eines Privatkrankenpflegers aufgab. -
Sein Lebensschifflein durch die Brandungen des Lebens zu
steuern, war er offensichtlich nicht fest genug. Seine Base,
Margarethe Schulz, in deren Elternhaus Georg heranwuchs,
behauptete, ihm habe männliche Härte gefehlt.
Georg war sehr christlich veranlagt und ließ
es sich angelegen sein, seine dürftigen Dorfschulkenntnisse
durch Privatunterrichtsstunden mit gutem Erfolge zu
erweitern. Vor herben Enttäuschungen hat es ihn nicht
zu schützen vermocht.
- ERLÄUTERUNGEN
Onkel des Täuflings, siehe VII/1F.
eine Base des Vaters; siehe auch VI/1D.
Die achte Generation VIII/2F
Kinder des Friedrich Wilh. Heier und der Sophie
Charlotte, geb. Schulz (s. VII/1G)
PETER ERNST HEIER
geb.
Zitzmin 29.6.1869; gest. Kuhtz 17.6.1933 an Lungenentzündung
und Herzschwäche
Seine Taufpaten: Büdner Peter Plath1);
Kossät Ernst Heier2); Caroline Fauck,
Bauerntochter3), alle aus Zitzmin.
(Bild: Ernst Peter Heier)
Ernst war 170 cm groß, schwarzer Haarfarbe;
Augen: grau-grünlich.
Verheiratet Kuhtz 1.6.1900 mit
BERTA W. ERNESTINE MAU
geb.
Kuhtz 21.2.1876; gest. 4.8.1958 in Heppendorf/ Rheinland.
Ihre Ahnenliste, siehe zweiter Teil.
(Bild : Berta Ernestine Mau)
Kinder aus dieser Ehe (die stammfortführenden
kursiv hervorgehoben):
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Franz
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geb.
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Kuhtz
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14.06.1901
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|
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Karl
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Zirchow A.
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31.10.1902
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|
|
Wanda
|
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Kuhtz
|
07.02.1906
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|
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Erich
|
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Kuhtz
|
16.06.1907
|
|
|
Ernst
|
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Kuhtz
|
19.02.1910
|
gest. 18.8.1910
|
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Walter
|
|
Kuhtz
|
19.04.1913
|
|
|
Günther
|
|
Kuhtz
|
07.11.1919
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Ihre Lebensläufe siehe IX/5A-5G
Nach halbjähriger Dienstzeit (1890) beim
Trainbatl. Danzig-Langfuhr suchte Ernst seinen Lebensunterhalt
bei fremden Bauern und beendete sein Dasein als Mühlen-
und Forstarbeiter auf dem von Schliefenschen Gute in Kuhtz.- Im
Weltkriege 1914/18 wurde er, obgleich über das
wehrpflichtige Alter bereits hinaus, am ersten Mobilmachungstage
zum Befestigungsbau nach Kulm eingezogen, später
beaufsichtigte er russische Kriegsgefangene, die zu Arbeiten
in den Kuhtzer Waldungen abkommandiert waren. -
Städtische Verwandte bekunden, er sei wenig
aus sich herausgegangen und seine Reden auf "Ja"
und "Nein" beschränkt. Seinem Sohne Walter
bleibe es überlassen, ein vollständigeres
Lebensbild nachzuliefern. Alle Söhne sind von
überdurchschnittlicher Größe (172 - 180 cm),
zwei davon Linkshänder. Die Mutter Berta Mau ist eine
geistig regsame Frau. Im Alter von 66 Jahren zog sie
sich noch einen Knöchelbruch zu [G.H. handschriftliche
Notiz: Berta hat einen schweren Herzklappenfehler]. Jetzt
haust die Witwe mit der Familie des Sohnes Erich in einem
geräumigen Wohnhause des bedeutenden Sägewerks in
Kuhtz, Post Nemitz, Kreis Schlawe.
- ERLÄUTERUNGEN
Onkel des Täuflings, s. VII/1J; brannte 1872
ab.
Onkel des
Täuflings, S. VII/2.
Kusine der Täuflingsmutter, deren Vater
Bauer Jacob Fauck, verh. mit Marie Louise Schulz.
Forschungshinweise zu VIII /2F: Ehepaar Peter Ernst
Heier /Berta Mau. In Friedensdorf (Kirche Kösternitz)
war ein Einwohner Albert Julius Heier ebenfalls mit einer Mau,
und zwar der Friederike Wilhelmine Mau verheiratet.
Beiden wurde am 29.3.1863 in Friedensdorf der Sohn
Friedrich Wilhelm Hermann Heier geboren. Unter
seinen Paten der Bürger Heinrich Plath aus Zanow. Sie starb
am 16.3.1896, 70 Jahre alt, als Witwe des in der Fremde
gestorbenen Arbeiters Albert Heier.(Siehe auch Notizen zu VII/3).
 Die
Kinder des Peter Ernst Heier und der Berta Mau, anläßlich
der Beerdigung des Vaters
Die achte Generation VIII/2G
Kinder des Friedrich Wilh. Heier und der Sophie
Charlotte, geb. Schulz (s. VII/1G)
FRIEDRICH AUGUST HEIER
(2G)
geb. Zitzmin 16.10.1871; gest. Godesberg/Rhein
8.2.1950.
Das siebte von neun Kindern des o.g. genannten
Bauernehepaares. - Seine Taufpaten: Ernst Plath, Zimmermann;
August Heier, Bauernsohn; Auguste Schulz, Bauerntochter,
alle aus Zitzmin1).
Verheiratet Neu-Sanskow, Kreis Belgard 6.10.1897
mit
IDA MARQUARDT
geb. Neu-Sanskow 17.6.1878; gest. etwa 1963.
Tochter des Landarbeiters Albert Marquardt und Frau Auguste,
geborene Kupitzke.
Kinder aus dieser Ehe:
|
1. Paul
|
geb.
|
Neu-Sanskow
|
06.11.1897
|
|
|
2. Herta
|
|
Groß-Vorbruch
|
01.06.1899
|
|
|
3. Hedwig
|
|
Groß-Vorbruch
|
16.07.1901
|
|
|
4. Frieda
|
|
Seligsfelde
|
30.09.1903
|
|
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5. Willi
|
|
Barenwinkel
|
13.12.1906
|
1943 vermißt
|
|
6. Erwin
|
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Ziezeneff
|
08.02.1920
|
1941 vermißt
|
Ihre Einzelschicksale siehe IX.Generation,
Abschnitt 6A-6F
Friedrich,
sein Rufname "Fritz", maß 162 cm; Haarfarbe:
dunkelblond. Augen: blau. Obgleich nur von mittlerer Größe,
erreichte der älteste Sohn Paul eine Größe von
180 cm, die beiden Jüngsten von 172 cm, bzw. 171 cm.
(Bild: Friedrich Heier, 66 J. und seine Frau Ida,
geb. Marquart, Schwiedersohn Willi Schellin, 34 J. und Frau
Frieda. Enkeltochter Ilse Heier, 3 Jahre Günther
Schellin, 5 J.)
Seiner aktiven Dienstpflicht genügte "Fritz"
vom 5.11.1892 bis zum 15.9.1894 beim Infanterie-Regt. 141. -
Schon über dreiundvierzig Jahre alt geworden, mußte
er vom 28.10.1914 bis zum 28.11.1918 noch einmal den Soldatenrock
anziehen. Als Krankenträger der Sanitätskompagnie 13
sah er die grausamen Wunden, die der erste Weltkrieg gerissen
hatte. Der Sohn Paul rückte mit einem Ulanen-Regt. ins Feld.
Willi und Erwin wurden erst im zweiten Weltkrieg Soldat, aus
dem sie nicht zurückkehren sollten. Ersterer wurde 1943
bei Kiew (Rußland) vermißt, letzterer fiel als
Kradschütze schon 1941 bei Pusick in Rußland. - Seinen
Lebensunterhalt fand Fritz als Gutshofmeister in Ziezeneff,
Kreis Belgard; mein Schwager Ernst Schliwski, der ihn dort in
meinem Auftrag besucht hatte, schilderte ihn als einen
sympathischen Alten. Altershalber entlassen, sprang er auf dem
Bauernhof seines Schwiegersohnes Walter Trapp (IX/6B) in
Ziezeneff2) ein. Wieviel Leid hat der Alte selbst dort
noch sehen und selbst erdulden müssen!
Nach dem deutschen Zusammenbruch geriet das Dorf
unter russische Herrschaft, die mit den Menschen verhältnismäßig
glimpflich verfuhr. Als diese durch die polnische abgelöst
worden war, mußte er zusammen mit der ganzen Familie
Trapp Zwangsarbeiten leisten und körperliche Mißhandlungen
über sich ergehen lassen. Zum tyrannischen Herrn des
Trapp'schen Hofes hatte sich alsbald ein Pole gemacht. Damit
nicht genug, jagte man den Fünfundsiebzigjährigen
mit seiner Frau und der dreiköpfigen Familie Trapp am 2.
Juli 1946 vollends aus dem Hause und sperrte sie bis zum 28.
Oktober 1946 in ein Schivelbeiner Ausweisungslager. Alles,
was sie ihr eigen nannten, mußten sie bis auf armseliges
Handgepäck zurücklassen. Mit Massentransporten
erfolgte dann ihre Abschiebung in die englische
Besatzungszone, wo Fritz und seine Frau körperlich zwar
stark mitgenommen, sich einigermaßen erholten. Dort
ist das Paar auf Unterstützung angewiesen.
Daß ihm seine fünf verheirateten
Kinder nur insgesamt acht Enkel bescherten, ist gewiß der
Ungunst der Zeiten zuzuschreiben; darunter kein Junge, den
Heier'schen Mannesstamm fortzusetzen. Dafür haben die
Schwiegersöhne Otto Wardin und Willi Schellin (IX/6C und 6D)
je drei Söhne.
Anschrift der beiden Alten: (22a) Bad Godesberg
am Rhein, Bemegasse 8, bei dem Bahnbeamten Karsten. [G. H.
11.3.1947]
- ERLÄUTERUNGEN
-
1) Die Taufpaten Auguste Schulz und August Heier
waren die Tante und der Onkel des Täuflings; aus beiden
wurde 1876 ein Ehepaar; siehe VIII/1A.
-
2) Ziezeneff jetzt polnisch: Ziesarouc, Krs
Bilogrod.
Die achte Generation VIII/2H (2J)
Kinder des Friedrich Wilh. Heier und der Sophie
Charlotte, geb. Schulz (s. VII/1G)
ANNA
CHARLOTTE HEIER (2H)
geb. Zitzmin 14.1.1874;
gest. Zitzmin 22.9.1917 an Lungenentzündung. - Das
achte Kind des o.g. Ehepaares. Ihre Taufpaten: Bauer Albert
Mett1); Schmied Albert Bewersdorf2); Wwe.
Ferdinand Heier3), alle aus Zitzmin.
(Bild:
Anna Charlotte Heier, 42 J. alt)
Verheiratet Zitzmin
20.10.1898 mit dem Einwohner
FRITZ MAUKERT
geb. 23.7.1872; gest.
Zitzmin 7.1.1946. Aus dieser Ehe sechs Kinder. - Er heiratete in
zweiter Ehe am 5.2.1920
ANNA METT geb. 8.6.1886
in Zitzmin. Sie gebar zwei Kinder, die früh starben.
Dem Fritz Maukert sagt
man nach, seine Barschheit gegenüber seinem Schwiegervater
Fried. Wilh. Heier habe zu dessen Freitod beigetragen. Nach und
nach kaufte und pachtete er Land hinzu, bis er über 23
Morgen Ackerland und 20 Morgen Wald verfügte. Am
10.8.1909 verbrannte das Wohnhaus, das aus der
Versicherungssumme wieder aufgebaut wurde. Durch den
plötzlichen Tod seines Sohnes Emil wurde die
Landwirtschaft seinem Schwiegersohn Berthold Wichmann
überschrieben. Sein Sohn Fritz ist 1941 als Soldat
verunglückt.
Fritz Maukert erlitt 1943
einen Schlaganfall, von dem er sich leidlich wieder erholte. Juli
1944 wurde sein Enkel Erhard Mett als vermißt gemeldet, und
am 18.5.1945 verstarb seine Frau an Typhus. Derselben Krankheit
erlag im Juli 1945 auch die Tochter Olga, ihr folgte im
Dezember 1945 die Tochter Ida wegen völliger Entkräftung.
Kinder aus erster Ehe:
1) Ida Maukert. Ihre
Lebensdaten, sowie des Ehemannes und der Kinder a - c von meiner
Lebensgefährtin bei der Abschrift meiner
Originalaufzeichnungen wahrscheinlich übersehen. Nähere
Begründung siehe Rückseite des Blattes VII/1F. Die
Kinder d - f:
d) Erhard Mett4),
geb. 4.1.1926. Als SS-Mann seit dem 4.7.1944 vermißt.
e) Siegfried Mett, geb.
21.8.1928. Infolge seiner Jugend noch nicht zum Wehrdienst
eingezogen. Jetzt Landarbeiter in Lannsdorf (?).
f) Hartmut Mett, geb.
3.12.1939, befindet sich bei seinem Vater.
2) Emma Maukert, geb.
Zitzmin 12.2.1900; verheiratet 1936 mit dem Arbeiter Paul
Dettmann, geb. 20.12.1903. Vom Wehrdienst befreit geblieben. Nach
der im September 1947 erfolgten Ausweisung der Familie aus Zanow
jetzt wohnhaft: (3) Neuendorf bei Below, Kreis Grimmen. -
3) Martha Maukert, geb.
Zitzmin 3.3.1906; verheiratet mit dem Büdner und
Kirchendiener Ernst Zamow, geb. 5.12.1902. Er zum Kriegsdienst
eingezogen gewesen, jetzt, drei Jahre nach dem Waffenstillstand,
noch nicht aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt. -
Kinder aus der Ehe:
a) Reinhold Zamow, geb.
22.11.1931.
b) Walter Zamow, geb.
18.4.1936. Frau und Kinder fanden nach ihrer Ausweisung aus
Zitzmin im September 1947 Unterkunft in (22c) Bad Godesberg,
4) Emil Maukert, geb.
Zitzmin 15.10.1907. Ihm sollte der väterliche Bauernhof
zufallen, doch am 3.3.1933 erlag er einem Gehirnschlag.
5) Olga Maukert, geb.
Zitzmin 2.2.1909; gest. Zitzmin 22.7.1945 an Typhus. Erst vier
Jahre nach der unehelichen Geburt der Tochter Ilse, und nachdem
sich der alte Maukert bereit gefunden hatte, seine Wirtschaft dem
Büdnersohn Berthold Wichmann, der Vater des Kindes, zu
übertragen, ließen sich beide am 29.5.1936 trauen. Bei
ihnen verzehren Fritz Maukert und seine zweite Frau den
Altenteil. Berthold Wichmann, geb. Zitzmin 24.8.1909 wurde im
Krieg Soldat, zuletzt Unteroffizier, E.K. II und
Infantrie-Sturmabzeichen. Am 7.10.1942 im Kessel Stalingrad
verwundet. Nach Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft fand
er seine beiden, aus Zitzmin ausgewiesenen Kinder wieder: a)
Ilse Wichmann, geb. 24.2.1932, unehelich geboren und b)
Manfred Wichmann, geb. 6.5.1937,
6) Fritz Maukert, geb.
Zitzmin 8.2.1912. Am 20.77.1941 als Obergefreiter einer
Artillerie-Ersatzabt. auf Brückenwache tödlich
verunglückt. Er war Damenschneider in Berlin.
[G.H. 17.1.1948]
ERLÄUTERUNGEN
1) Erlitt 1872 ein
Schadenfeuer.
2) das Anwesen des
Schmiedes Bewersdorf ging 1904 käuflich auf Fritz Maukert
über.
3) Tante des Täuflings,
siehe VII/1B.
4) die SS-Formationen
wurden 1946 von dem Militärtribunal der Siegermächte in
Nürnberg verallgemeinernd als "verbrecherische
Organisationen" erklärt. Wir dürfen jedoch
überzeugt sein, daß Erhard Mett zu den tausenden von
SS-Männern gehörte, die aus anständiger,
vaterländischer Gesinnung dieser Truppe beigetreten waren
und in ebenso anständiger, makelfreier Gesinnung
gefallen sind.
IDA AUGUSTE
HEIER (2J), letztes Kind des o.g. Ehepaares, geb. Zitzmin
Dez.1875; gest. im Jahr 1876. [HHH:
Keine weiteren Angaben vorgefunden]
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